Feier der Kar- und Ostertage mit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx im Live Stream aus dem Dom Zu Unserer Lieben Frau

Bei seiner Messfeier zum 5. Fastensonntag, dem 29. März., in der Sakramentskapelle des Münchner Liebfrauendoms ermutigte Erzbischof Reinhard Kardinal Marx in seiner Predigt: „Wir müssen jetzt deutlich machen, dass wir eine Hoffnung haben, angesichts der Dunkelheit, angesichts der Krise, eine Hoffnung, die unser Engagement füreinander prägt, weil jedes menschliche Leben ein Geschenk Gottes ist“. Er erinnerte an Jesu Worte aus dem Johannes-Evangelium: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Angesichts der momentanen Corona-Pandemie und der damit verbundenen Allgemeinverfügung ist es dieses Jahr leider nicht möglich, die Kar- und Ostertage - die höchsten Feiertage im Kirchenjahr für uns Christen - in der gewohnten Form gemeinsam zu begehen und zu feiern.
Umso wichtiger ist es, in diesen Tagen verbunden zu sein, sich geborgen zu wissen in der Gemeinschaft, in der Feier der Eucharistie.

Seien Sie herzlich eingeladen, die Karwoche und Ostern mit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx zu begehen.

Wir übertragen folgende nicht-öffentlichen Gottesdienste mit unserem Erzbischof aus dem Dom Zu Unserer Lieben Frau im Live Stream unter www.erzbistum-muenchen.de/stream:

Palmsonntag, 5. April, 10 Uhr: Gottesdienstfeier zum Palmsonntag
Motetten, Liedsätze und Kantorengesänge
Leitung: Domkantor Benedikt Celler
Palmsonntagskollekte für die Menschen im Heiligen Land erbeten unter: www.palmsonntagskollekte.de

Mittwoch der Karwoche, 8. April, 17 Uhr: Missa Chrismatis mit Weihe der Heiligen Öle
Musikalisch wird der Gottesdienst von Solisten der Capella Cathedralis gestaltet:
Kantorengesänge und Liedsätze zum Gotteslob; Thomas Berning (*1966) / Markus Gotthardt (*1974): „Unsre Quelle bist Du“
Kantorin und Leitung: Domkapellmeisterin Lucia Hilz
(Aufgrund der Allgemeinverfügung ist eine Abholung der Heiligen Öle im Anschluss an die Messfeier durch die Dekanatsboten nicht möglich)

Gründonnerstag, 9. April, 19 Uhr: Messe vom letzten Abendmahl
Motetten, Liedsätze und Kantorengesänge
Leitung: Domkantor Benedikt Celler

Karfreitag, 10. April, 15 Uhr: Feier vom Leiden und Sterben Jesu Christi
Musikalisch wird der Gottesdienst von Solisten der Capella Cathedralis gestaltet:
Heinrich Schütz (1585-1672): Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilands Jesu Christi nach dem Evangelisten St. Johannes ( SWV 481) ; Tomás Luis de Victoria (1548- 1611): “Popule meus“
Max Eham (1915-2008): O Traurigkeit, O Herzeleid; Kantorengesänge und Liedsätze zum Gotteslob
Kantorin und Leitung: Domkapellmeisterin Lucia Hilz 

Karsamstag, 11. April, 21 Uhr: Feier der Osternacht
Musikalisch wird der Gottesdienst von Solisten der Capella Cathedralis gestaltet:
Kantorengesänge und Liedsätze zum Gotteslob
Kantorin und Leitung: Domkapellmeisterin Lucia Hilz 

Ostersonntag, 12. April, 10 Uhr: Hochfest der Auferstehung unseres Herrn

Aufgrund der Allgemeinverfügung wird der liturgische Dienst ausschließlich von Angestellten des Münchner Doms versehen.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, auch „stille Woche“ genannt. Sie steht ganz im Zeichen des Gedenkens an das Leiden und Sterben Jesu, und unterscheidet sich dadurch von der österlichen Bußzeit. Die Liturgie an diesem Sonntag beginnt mit der Segnung der Palmzweige. Die anschließende Lesung aus dem Evangelium erinnert an den triumphalen Einzug Jesu in der Stadt Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm zu und streute Palmzweige auf seinen Weg. Die Leseordnung sieht für diesen Tag aber auch die Leidensgeschichte vor. Das Evangelium des Tages berichtet vom dramatischen Fortgang der heiligen Woche: aus dem Triumphzug wurde ein Leidensweg bis zur Kreuzigung auf Golgatha.

Am Vorabend von Gründonnerstag, dem Mittwoch der Karwoche, wird in vielen Erzbistümern die Missa Chrismatis mit der Weihe der Heiligen Öle gefeiert, die im kommenden Jahr bei der Spendung des Tauf- und Firmsakraments, bei der Kranken- und Katechumenensalbung, bei der Priester- und Bischofsweihe sowie zur Altarweihe verwendet werden. Im Erzbistum München und Freising werden dazu 100 Liter reines Olivenöl erster Pressung verwendet. Damit die Öle unterschieden werden können, mischt man ihnen Duftstoffe bei, dem Chrisam für die Spendung der Taufe beispielsweise duftendes Rosenöl. Wann die Abholung der Öle für die Dekanate und Pfarreien möglich sein wird, wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

Der Gründonnerstag erinnert an das Paschamahl, das Jesus als Abschieds- und Hoffnungsmahl vor seiner Gefangennahme mit seinen Jüngern in Jerusalem gefeiert hat. Traditionell wird zum Gottesdienst am Gründonnerstag noch mit Glockengeläut geladen. Beim Gloria erklingen sie - zusammen mit der Orgel - zum letzten Mal, bevor sie bis zur Feier der Osternacht verstummen.

 Am Karfreitag schließlich gedenkt die Kirche des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Die Hl. Schrift überliefert als Zeitpunkt „die neunte Stunde“, unserer Zeitrechnung drei Uhr nachmittags. Seit jeher ist für den Karfreitag keine Eucharistiefeier vorgesehen, sondern eine Liturgie zum Gedächtnis unserer Erlösung. Sie besteht aus drei Elementen: Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier. Die Orgel schweigt, die Gestaltung ist schlicht.

Ostern, das Fest der Auferstehung des Herrn, ist neben Pfingsten das älteste und höchste Fest der Christenheit. Die Gemeinden kommen am späten Abend des Karsamstags zur Feier der Osternacht, oder am frühen Ostermorgen zusammen, um in feierlichen Gottesdiensten die Auferstehung zu feiern. Besondere Bestandteile dieser Gottesdienste sind Lichtfeier und Osterlob (Exsultet), alttestamentliche Lesungen sowie die Tauffeier, bei der die Gläubigen ihr Taufversprechen erneuern. Die Lichtfeier mit dem Osterfeuer muss heuer wegen der Allgemeinverfügung entfallen.

 

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