Korbinian - erster Bischof von Freising, Patron des Erzbistums München und Freising

Im Münchner Dom wird das Hochfest des Heiligen Korbinian, dem Patron des Erzbistums München und Freising, am Sonntag, 19. November, in der Vorabendmesse um 17.30 Uhr und mit einem feierlichen Gottesdienst am Montag, 20. November um 17.30 begangen.

Korbinian, der erste Bischof von Freising, entstammt einer vornehmen französischen Familie. Er wurde um 680 in Arpachon (heute Bistum Evry) bei Paris geboren. Da kurz nach seiner Geburt der Vater starb erzog ihn die Mutter - ihr Name war Corbiniana - alleine.

Bereits in jungen Jahren wandte sich Korbinian dem religiösen Leben zu und las in den Heiligen Schriften. Im Alter von 22 Jahren baute er sich neben seinem Elternhaus eine Zelle, um als Einsiedler zu leben. Hier bewirtete er gastfreundlich Arme und Pilger.

Als sich sein Ruf weit im Land verbreitete und immer mehr Ratsuchende Korbinian bedrängten, pilgerte er um 710 nach Rom zu Papst Konstantin I. um dort Schutz und Rat zu finden. Der Papst weihte ihn zum Priester und Bischof und beauftragte ihn mit Missionsarbeit. Seine zweite Pilgerreise nach Rom führte ihn durch Bayern, wo ihn der Herzog gerne als Bischof eingesetzt hätte. Bei dieser Reise entstand die Legende vom Bärenwunder.

Während der Alpenüberquerung - offenbar mit großem Gefolge - überfiel ein Bär die Reisenden und tötete ein Lasttier. Korbinian segnete den Bären, hieß seinen Diener ihm das Gepäck aufzulegen, woraufhin der Bär Korbinian das Gepäck nach Rom tragen musste.

Der Papst gestattete Korbinian in Kuens/Südtirol ein Kloster zu gründen. Dort kultivierte er das Gebiet, ließ Weinberge anlegen und Obstbäume pflanzen und förderte so das Wohlergehen der Bevölkerung. Schließlich führte ihn seine Missionsarbeit wieder nach Bayern, wo er in Freising eine Kirche zu Ehren des Heiligen Stephanus – Vorläufer der Abtei Weihenstephan – errichtete. Sein guter Ruf und das einvernehmliche Verhältnis zu Bayerns Herzog Grimoald verschafften ihm hohe Anerkennung.

Als Korbinian jedoch dem Herzog seine unrechtmäßige Ehe mit einer Blutsverwandten vorwarf musste er vor den Racheplänen der Herzogin fliehen. Nach dem Tod Herzog Grimoalds holte ihn dessen Nachfolger Hugibert zwei Jahre später wieder nach Freising zurück. Begeistert wurde er empfangen, starb aber kurze Zeit später, vermutlich um 728. Auf eigenen Wunsch wurde er in dem von ihm gegründeten Kloster Kuens bei Meran beigesetzt. Der spätere Freisinger Bischof Arbeo ließ den Leichnam 765 nach Freising überführen. Auf insgesamt 20 Fresken ist das Leben des Diözesanheiligen im Freisinger Dom dargestellt.

In der Erzdiözese München und Freising wird seit mehr als 1000 Jahren am 20. November der Übertragung der Gebeine des Heiligen nach Freising gedacht. Ihm zu Ehren findet alljährlich die Jugendkorbinians-Wallfahrt statt - in diesem Jahr am Samstag, 18. November, -  bei der mehrere tausend Jugendliche aus der Diözese zum Domberg pilgern und eine Woche später - von Freitag 24. November bis Samstag, 25. November - wird im Freisinger Dom das Korbiniansfest gefeiert.

Zur Mitfeier des Festgottesdienstes im Münchner Dom sind Sie herzlich eingeladen.