Hochfest Mariä Himmelfahrt

Die großen Marienfeste, zu denen das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel zählt, entstehen im Anschluss an das Konzil von Ephesus (431), das Maria den Ehrentitel "Gottesgebärerin" zuerkannt hat. Dompropst Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger feiert am Mittwoch, 15. August 2018, um 10.00 Uhr das Pontifikalamt zum Hochfest im Münchner Dom.

Als Maria stirbt, wird sie mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen, in die Vollendung mit Gott. Für die Aufnahme Mariens in den Himmel liegen keine direkten Aussagen der Heiligen Schrift vor. Seit der scholastischen Theologie des Mittelalters aber sind die Begriffe „Leib und Seele“ von enormer Bedeutung. Gemeint ist der ganze Mensch. Die Trennung von Leib und Seele beim Tod wird als Widerspruch zum menschlichen Wesen an sich verstanden. Dem christlichen Menschenbild nach bleibt die Seele dem Menschen zugeordnet. In Maria stellt Gott uns so das Urbild des erlösten Menschen vor Augen.

Die Tradition dieses Festes ist ungewiss, gibt es doch kaum geschichtliche Zeugnisse. Zwei Städte beanspruchen jedoch das Ereignis der Aufnahme Mariens in den Himmel: Jerusalem und Ephesus. Meist wird Jerusalem der Vorzug gegeben, da hier seit dem 5. Jhd. das Grab Mariens gezeigt wird. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich zu diesem Fest zahlreiche Bräuche. Ein noch heute sehr lebendiger Brauch in unseren Breiten ist die Segnung der Kräuter. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass Mitte August in aller Regel die Getreideernte eingefahren ist und auch viele Kräuter jetzt geschnitten werden können. Eine Legende erzählt, dass bei der Öffnung von Marias Grab durch die Jünger nicht mehr ihr Leichnam, sondern Rosenblüten und Kräuter vorgefunden wurden.

Zur Mitfeier des Pontifikalamtes sowie zur Vesper um 17.00 Uhr sind alle Gläubigen herzlich eingeladen. Die mitgebrachten Kräuterbuschen werden im Anschluss an die Heiligen Messen gesegnet.

Das Pontifikalamt wird zeitgleich ins Internet übertragen.