Der Angelus - das Mittagsgebet der Kirche

Wenn mittags um 12 Uhr die Glocken des Doms läuten, laden sie zum Mittagsgebet, dem „Angelus“ ein. Der Angelus oder "Engel des Herrn" ist seit Jahrhunderten ein lebendiges Gebet der Kirche.

Wir erinnern uns dabei an das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Maria sowie an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Ein wiederkehrendes Element ist die dreimalige Anrufung Mariens im „Gegrüßet seist, Du Maria ...“. In der Osterzeit wird das Angelus-Gebet durch das Regina Caeli: "Freu dich, du Himmelskönigin" ersetzt.

Das Gebet entstand schrittweise. Im Jahre 1571 legte es Papst Pius V. schließlich in der heute üblichen Form fest. Traditionell wird der Angelus in der katholischen Kirche nicht nur mittags gebetet, sondern auch morgens und abends. So wurde von den Franziskanermönchen im 13. Jhdt. der Brauch übernommen, beim Abendläuten die Gottesmutter zu grüßen. Als dann das Morgenläuten eingeführt wurde, betete man für das öffentliche Wohl und den Frieden. Im 16. Jahrhundert schließlich kam das Mittagsläuten hinzu.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Gebet jeden Sonntag und an den Hochfesten, wenn der Papst es in Rom mit den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen vom Fenster seines Arbeitszimmers aus betet und anschließend den Apostolischen Segen erteilt.