Fastenzeit - 40 Tage der Vorbereitung auf Ostern

Fastenzeit, österliche Bußzeit, Quadragesima - diese Begriffe stehen für die 40 Tage der Vorbereitung auf Ostern, die mit dem Aschermittwoch ihren Anfang nehmen und mit Beginn des Ostertriduums an Gründonnerstag enden.

Genaugenommen umfasst diese Zeit 46 Tage, jedoch sind die sechs Sonntage, im Gedenken an die Auferstehung Christi, vom Fasten ausgenommen. Angelehnt sind die 40 Tagen der Fastenzeit, an die vierzigjährige Wanderung des Volkes Israel, das Mose aus der Gefangenschaft in Ägypten ins Gelobte Land führte. Auch in zahlreichen anderen Religionen und Kulturen sind Zeiten der Bußübungen, des Verzichts und der kultisch-religiösen Vorbereitung bekannt.

Das Alte Testament versteht unter Fasten die zeitweilige totale Enthaltung von Nahrung und Trank zur Vorbereitung auf kultische Handlungen oder auf die Begegnung mit Jahwe wie bei Mose (Ex 34,28) und Elija (1 Kön 19,8). Jesus und seine Jünger beachteten ebenfalls die vorgeschriebenen jüdischen Fasttage, zudem wird in den Evangelien von Matthäus und Lukas vom 40 tägigen Fasten Jesu als Vorbereitung auf seine Sendung erzählt.

Die alte Kirche griff zunächst die jüdische Fastenpraxis auf und fastete zweimal wöchentlich. Bald jedoch bildete sich neben dem wöchentlichen Fasten eine Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern heraus, die schließlich im 4. Jahrhundert auf dem 1. Konzil von Nicäa als 40-tägige vorösterliche Fastenzeit festgelegt wurde. Zusammen mit den Taufbewerbern (Katechumenen) und Büßern bereiteten sich die christlichen Gemeinden durch beschwerliche Bußwege und strenges Fasten auf den Höhepunkt dieser Wochen, die Feier der Osternacht, vor. Noch heute werden in der Katholischen Kirche die Taufbewerber am 1. Fastensonntag dem Bischof vorgestellt und bei einem Gottesdienst zur Taufe zugelassen.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich zahlreiche Vorschriften und Regelungen, die meist stark von Verzicht (bestimmte Speisen oder Getränke) oder Enthaltsamkeit geprägt waren. Im biblischen Sinne bedeutet Fasten jedoch weniger die Einhaltung bestimmter Vorschriften, als vielmehr die Besinnung auf die Verantwortung, mit den Gaben Gottes und seiner Schöpfung verantwortungsvoll umzugehen. Zudem besteht Fasten im religiösen Sinn immer aus dem Dreiklang Beten – Fasten – Teilen. Die großen Hilfsaktionen der Caritas (2. Fastensonntag) und MISEREOR (5. Fastensonntag) sind vor diesem Hintergrund bewusst in der österlichen Fastenzeit angesiedelt. Eine ganz persönliche Hilfe zu einem verantwortlicheren Leben und ein offen werden für die Begegnung mit Gott können bewusste Zeiten des Fastens und Betens sein.

Zu den täglichen Gottesdiensten im Münchner Dom, insbesondere aber zu den Heiligen Messen an den Fastensonntagen sind Sie daher herzlich eingeladen. Eine detailierte Übersicht aller Angebote im Münchner Dom finden Sie auf dieser Homepage, in den ausgelegten Monatsprogrammen und auf der Homepage der Erzdiözese. Die Angbote der Karwoche sind im Münchner Fastenkalender zusammengefasst.