Aschermittwoch - Beginn der Fastenzeit

Im Münchner Dom feiert Erzbischof Reinhard Kardinal Marx am Mittwoch, 1. März, um 18.45 Uhr mit Frauen und Männern aus künstlerischen Berufen den Gottesdienst zum traditionellen „Aschermittwoch der Künstler“. Das Thema lautet in diesem Jahr "An der Grenze". Die Ouvertüre zum Aschermittwoch, die das Thema in einer Performance aufgreift, beginnt  um 18.00 Uhr.

"Sie liegen auf überspülten Planken, um den Mast gescharrt, den sie für ein schlaffes Segel aufgerichtet haben. Lebende. Sterbende. Die letzten von 149, die sich mit diesem Floß zu retten gehofft hatten. Und jede neue Stunde zählt sie schneller durch. 14 hat Schwäche getötet, 19 die Sonne, 11 die See..."
So ein Auszug aus der Oper von Hans Werner Henze: Das Floß der Medusa (Libretto Ernst Schnabel).

Das Floß der Medusa greift eine Schiffstragödie aus dem Sommer 1816 auf. Die französiches Fregatte "Medusa" war auf dem Weg nach Afrika, um die von Großbritannien zugesprochenen Kolonien zu übernehmen, als sie auf eine Sandbank lief. Ein Rettungsfloß, das die Besatzung aus dem Schiffsmast zusammengezimmert hatte, trieb schließlich ins offene Meer. Binnen der folgenden Tage vollzog sich eine menschliche Tragödie schlimmsten Ausmaßes. Der Kampf um Nahrung forderte Mord und Kannibalismus. Als das Floß nach 13 Tagen entdeckt wurde, waren nur noch 15 der ursprünglich 149 Menschen am Leben.

Die geschilderte Szene könnte sich auch zu einem anderen Zeitpunkt der Geschichte zugetragen haben, etwa in jüngster Zeit mit den Schiffsbrüchen vor LaMpEDUSA.

Der "Aschermittwoch der Künstler" stellt in der Ouvertüre um 18.00 Uhr mit den Mitteln des poetischen Theaters, unterlegt mit einer Live-Toncollage, die 200 Jahre alte Geschichte des "Floß der Medusa" dar und überträgt sie auf die heutige Zeit.

Mit dem Aschermittwoch beginnt für Christen die Fasten- und Bußzeit bis Ostern. Bereits in der Spätantike mussten Christen, denen eine Kirchenbuße auferlegt worden war, zu Beginn der Fastenzeit ein Bußgewand anlegen und sich mit Asche bestreuen lassen. Bis zum Gründonnerstag konnten sie von der Eucharistiefeier ausgeschlossen und mit Bußleistungen belegt werden. Religionsgeschichtlich gilt die Asche als Sinnbild der Trauer, der Buße und der Vergänglichkeit. Nicht nur bei den Israeliten war diese Tradition bekannt, auch Ägypter, Araber und Griechen bestreuten sich als Zeichen der Klage mit Asche.
Die Spendung des Aschenkreuzes findet in der katholischen Kirche am Aschermittwoch statt. Nach der Predigt wird die Asche der Palmzweige vom Palmsonntag des vergangenen Jahres gesegnet und mit den Worten: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“  den Gläubigen auf die Stirn gezeichnet.

Neben dem Karfreitag ist der Aschermittwoch der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Das Kirchenrecht schreibt Abstinenz und Fasten vor.

Sie sind herzlich eingeladen die Fastenzeit mit diesem Gottesdienst im Münchner Dom zu beginnen.

Das Bayerische Fernsehen (BR) überträgt den Gottesdienst live.